Top 10 Windmühlen in Spanien
Spaniens Windmühlenerbe konzentriert sich auf eine einzige Region: La Mancha, das kastilische Hochland zwischen Madrid und der Sierra Morena. Die charakteristischen weißen Kalksteinmühlen auf den Hügelkämmen dieser Ebene sind durch Cervantes' Roman Don Quijote zu Weltsymbolen geworden. Dabei war La Mancha im 16. Jahrhundert wirklich ein Windmühlenland: Die Region hatte keine nennenswerten Fließgewässer für Wassermühlen, war aber windig genug für effiziente Windmühlen, und der Weizenanbau auf der kastilischen Hochebene erzeugte erheblichen Mahlbedarf. Die spanische Windmühle ist eine Steinkegelmühle mit bis zu vier konischen Steinmauertürmen und einer aus Holz gefertigten, drehbaren Kappe.
1. Consuegra, Toledo
Die zwölf Windmühlen auf dem felsigen Hügelkamm von Consuegra, flankiert von der maurischen Burg aus dem 10. Jahrhundert, bilden das eindrucksvollste Windmühlenensemble Spaniens. Sie stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben. Elf sind restauriert, einige haben Namen aus dem Quijote (Rucio, Sancho, Barataria). Jede Oktober wird hier das Safranfest gefeiert. Die Mühle Rucio hat eine Ausstellung zur Mühlengeschichte und ist täglich geöffnet. Der Blick über das kastilische Hochland von hier ist einer der weiten, melancholischen Landschaftsblicke Spaniens. Unter Denkmalschutz als Bien de Interés Cultural.
2. Campo de Criptana, Ciudad Real
Zehn Mühlen stehen hier: drei ältere aus der Zeit vor Cervantes (16. Jahrhundert), sieben aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Infanto, Burleta und Sardinera sind die ältesten und gelten als mögliche Inspiration für die Riesenszene im Quijote. Mehrere sind für Besucher geöffnet, darunter eine mit Regionalkunst und eine als Archiv der Volkskünstlerin Emiliana Balado. Campo de Criptana ist 160 Kilometer südöstlich von Madrid gelegen.
3. Mota del Cuervo, Cuenca
Sieben Mühlen stehen auf dem Hügelkamm von Mota del Cuervo in der Provinz Cuenca, alle zwischen 2015 und 2022 vollständig restauriert mit neuen Holzflügeln nach historischen Vorlagen. Die Mühlen wurden nach Fotografien und Bauplänen aus dem frühen 20. Jahrhundert rekonstruiert. Mota del Cuervo ist Mitglied der Ruta de Don Quijote und hat ein kleines Mühlenmuseum in einer der Türme.
4. Tembleque, Toledo
Tembleque ist bekannt für seinen außergewöhnlich schönen Plaza Mayor aus dem 17. Jahrhundert, aber auf dem Hügel westlich des Ortes stehen auch mehrere historische Windmühlen. Sie sind weniger bekannt als die von Consuegra oder Campo de Criptana, aber die Kombination aus dem barocken Marktplatz und den Mühlen auf dem Hügelkamm macht Tembleque zu einem lohnenden Umweg auf der La-Mancha-Route.
5. Belmonte, Cuenca
Das mittelalterliche Städtchen Belmonte mit seiner herausragenden Burg (15. Jahrhundert) hat auf dem Hügelzug nördlich der Stadt mehrere restaurierte Windmühlen. Belmonte ist Geburtsort des Renaissanceschreibers Fray Luis de León. Die Kombination aus Renaissanceerbe, mittelalterlicher Burg und Windmühlen ist einzigartig.
6. Madridejos, Toledo
Madridejos, südöstlich von Toledo, ist eine der weniger besuchten Mühlengemeinden La Manchas, hat aber auf seinem Hügelkamm fünf restaurierte Mühlen aus dem 18. Jahrhundert. Die Stadt ist Zentrum des regionalen Safrananbaus; Windmühlen und Safrankulturen prägen das Bild der Landschaft rund um den Oktober.
7. Alcázar de San Juan, Ciudad Real
Alcázar de San Juan, eine wichtige Eisenbahnknotenstadt La Manchas, hatte einst die größte Mühlenkonzentration der Region. Heute sind noch mehrere Türme auf den Hügeln erhalten, davon einige restauriert. Das städtische Museum hat eine Sektion zur Mühlengeschichte der Region.
8. Argamasilla de Alba, Ciudad Real
In Argamasilla de Alba, die Cervantes selbst als mögliche Heimat des Don Quijote nannte, stehen auf dem Hügelkamm zwei restaurierte Windmühlen. Das Cervantes-Museum in der ehemaligen Cueva de Medrano (einer Felsenkammer, in der Cervantes angeblich inhaftiert war und den Quijote begann) macht die Stadt zu einem Pilgerort für Literaturreisende.
9. Herencia, Ciudad Real
Herencia, bekannt für seinen skurrilen Karneval, hat auf seinem Hügelkamm mehrere Windmühlen aus dem 18. Jahrhundert. Eine davon ist vollständig restauriert und dient als Besucher- und Informationszentrum zur La-Mancha-Mühlenkultur.
10. Puerto Lápice, Ciudad Real
Puerto Lápice ist eine kleine Autobahn-Etappenstation zwischen Madrid und Andalusien, aber im Quijote ist es der Ort, wo Don Quijote seine Ritterwürde empfängt. Auf dem Hügel über dem Ort stehen drei restaurierte Windmühlen, die für Reisende auf der N-IV-Nationalstraße gut sichtbar sind. Sie sind ein bewusstes Denkmal der Quijote-Route.
Die La-Mancha-Mühlenroute
Die Ruta de Don Quijote verbindet alle zehn hier genannten Orte mit einem ausgeschilderten Wander- und Radfahrweg. Die Ruta wurde 2007 als erster europäischer Kulturweg der Iberischen Halbinsel anerkannt. Per Auto sind die Mühlenorte in zwei Tagen zu bewältigen: Consuegra, Tembleque und Madridejos am ersten Tag von Toledo aus; Campo de Criptana, Alcázar, Herencia, Puerto Lápice, Argamasilla und Mota del Cuervo am zweiten Tag. Belmonte liegt etwas abseits und ist als Tagesausflug von Campo de Criptana oder Cuenca aus gut erreichbar.
Alle auf einen Blick
Alle zehn Standorte sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Die Route lässt sich als geschlossener Loop planen, mit Toledo oder Cuenca als Basis.